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Zehentstadel

Bei dem gemeinhin als Zehentstadel bezeichneten historischen Gebäude im Hemauer Propsteigaßl 4 handelt es sich ursprünglich um einen Getreidespeicher des Klosters Prüfening. Obwohl insgesamt seinem Verwendungszweck entsprechend einfach konzipiert, weist es an der nach Süden ausgerichteten Schauseite bemerkenswert repräsentative Zierelemente auf. Neben dem Rundbogenportal im Erdgeschoß, das mit einem Wappenstein und einer aufgeputzten Quaderung geschmückt ist, fallen besonders die gleichfalls aufgeputzte Eckquaderung an beiden Fassadenseiten sowie die Ortgangzier mit dem Motiv „laufender Hund“ am Giebel ins Auge.

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Detail aus einer Darstellung der Stadt Hemau um 1800. Kolorierte Federzeichnung von Johann Georg Hämmerl (Museen der Stadt Regensburg, Inv. Nr. H. V. 114). Der Zehentstadel ist vor der Pfarrkirche, rechts neben der heute nicht mehr erhaltenen Barbarakapelle zu erkennen.

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Der im Foyer aufgestellte „Niedere Münch“. Das Relief auf der Vorderseite des Steines (0,98 m x 0,25 m) stellt das Brustbild eines Mönches mit übergezogener Kapuze dar. Auf den Seiten sind die Worte „Hembau[er]“ bzw. „Prifli[n]g“ eingeschrieben. Auf der Rückseite war noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Inschrift „Vlrich Abb[as]. f[ecit]. a[nn]o. 1535“ zu erkennen.

Dem zwischen 1392 und 1397 aufgezeichneten „Hemauer Freiheitsbüchlein“ zufolge hatten die Äbte von Prüfening für die Instandhaltung eines Abschnitts der Stadtmauer aufzukommen. Die Grenzen ihrer Baupflicht wurden durch zwei Steinbilder markiert: durch den „Niederen Münch“, der sich beim „Frühmesserhaus“ (heute: Riedenburger Str. 18) befunden hatte, und durch den „Oberen Münch“ oder „Münch bei der Stiegen“, welcher etwa auf Höhe der Pfarrkirche eingelassen war. Den noch erhaltenen „Niederen Münch“ ließ der Prüfeninger Abt Ulrich Schöndl (1529-1559) im Jahre 1535 erneuern.

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