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Solargemeinde Hemau

Am 29. April 2003 wurde in der Stadt Hemau der damals weltweit größte Solarpark offiziell in Betrieb genommen.

Zu den zahlreichen Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft zählte seinerzeit auch der damalige bayerische Umweltminister, Werner Schnappauf. Die rund 18,4 Mio. € teure Freiflächen-Photovoltaikanlage wurde in nur zwölfwöchiger Bauzeit von der Firma Suntechnics Solartechnik GmbH, Hamburg, im Auftrag der Voltwerk AG errichtet.

Für die Finanzierung dieser Anlage versuchte die Firma Voltwerk AG auch Privatanleger einzubinden, und zwar über die Ausgabe von Investmentfonds. Insgesamt ca. 32.000 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von insgesamt rund 4 Megawatt (MW) wurden auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots aufgeständert und erzeugen seither umweltfreundlichen Strom.

Auf dem ca. 18 ha großen Gelände des Hemauer Solarparks befinden sich auch die denkbar sichersten Betriebsräume, nämlich Erdbunker eines aufgelassenen Militärgeländes, in welchen US-Army und Bundeswehr bis zu deren Auflösung Waffen und Munition lagerten. Die seit ihrer Konversion völlig anders geartete, „lebensbejahende“ Nutzung der ehemaligen Militärliegenschaft hat die heimische Bevölkerung zu dem „geflügelten Wort“ verleitet, hier habe eine Wandlung „von Schwertern zu Pflugscharen“ stattgefunden.

Vor dem Baubeginn, Ende Oktober 2002, mussten allerdings erst einmal die baurechtlichen Erfordernisse bewältigt werden. Anders als derzeit, da der Gesetzgeber für die Errichtung großflächiger Solaranlagen zwingend Bauleitverfahren vorschreibt, konnte die Anlage seinerzeit noch als sog. privilegiertes Vorhaben der Elektrizitätswirtschaft im planungsrechtlichen Außenbereich von der Baugenehmigungsbehörde baurechtlich befürwortet werden.

Der Baugenehmigung ging natürlich vorrangig die Auswahl eines dafür geeigneten Planungsbüros voraus. Anschließend vergegenwärtigte man sich die Geeignetheit des Konversionsgeländes durch diverse Besichtigungen vor Ort, maßgebend mit Vertretern der Baugenehmigung und den von dieser beteiligten Fachstellen, namentlich den Referaten natur- und Landschaftsschutz des Landratsamtes Regensburg. Es ging nämlich auch darum, den durch die Errichtung des Solarparks unvermeidlichen Eingriff in den Naturhaushalt durch entsprechende ökologische aufwertungsmaßnahmen auf dem vormaligen Munitionsdepot auszugleichen. Auswirkungen des Solarparks Hemau auf die „Solargemeinde Hemau“.

Nach heutigem Stand der Beurteilung lässt sich rückwirkend betrachtet feststellen, dass die Inbetriebnahme des „Hemauer Solarparks“ die Entwicklung der „Stadtgemeinde“ zu einer „Solargemeinde Hemau“ stark befeuert hat.

Folgende Zahlen, welche allerdings nur das Versorgungsgebiet der Stadt Hemau, den Kernort Hemau, berücksichtigen, mögen dies veranschaulichen:

►bis zum Jahre 2002 entfielen lediglich 40 kW auf die Modulleistung von Photovoltaikanlagen

►bis zum Jahre 2006 verzehnfachte sich der dadurch erzeugte Strom

►allein im Jahre 2007 kamen weitere 285 kW hinzu

►2009 weist eine weitere Steigerung um 1.320 kW auf

►die Prognose für 2010 beziffert sich mit einem abermaligen Zuwachs um 1.700 kW. Davon entfallen voraussichtlich allein 1.000 kW auf die „Dächerlandschaft“ des erst 2008 konvertierten ehemaligen Hemauer Kasernengeländes in einen Gewerbepark

► die „Schwerter-zu-Pflugscharen-Wandlung“ findet auch auf diesem ehem. Militärgelände deren Nachfolgeschaft

►die solarmodular erzeugte Strommenge hat sich damit innerhalb eines Zeitraumes von lediglich sieben Jahren mehr als verhundertfacht Bei den landwirtschaftlich geprägten Ortsteilen der Gemeinde Hemau, welche über einen überregionalen Anbieter versorgt werden, lässt sich eine vergleichbare Entwicklung beobachten.

Auch hier kommt der „Hemauer Solaranlage“ sicherlich eine Schlüsselrolle zu.